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22. Dezember 2020

Adventskalender am 22. Dezember

Da waren sie froh als sie den Stern sahen …  Matthäus 2,10

Es war kurz nach Mitternacht. Sechs Kilometer Fußmarsch bis nach Hause quer durch den Wald lagen vor mir. Ich hatte mal wieder den Mund zu voll genommen und mein Freund hatte offensichtlich den Jux, von wegen „ich könne von hier aus nach Hause laufen“ anscheinend nicht verstanden. So sah ich nur noch seine Rücklichter. Die Strecke kannte ich gut. Sie ging fast nur geradeaus. Am Anfang war alles gut. Obwohl kein Mond zu sehen war, war es recht klar, lies der Hochwald noch genug Restlicht durch, so dass der Weg recht gut erkennbar war. Dann aber wurde aus dem hohen Buchen, ein dichter Tannenwald, der immer näher an den Weg herankam und das Band mit den Sternen über mir stetig verkleinerte. Das Laufen wurde mehr ein Stolpern. Aus dem Wissen ein Ahnen. Die gute Laune und das Lachen über meine große Klappe war mehr der Angst gewichen, die, wie die Kälte immer weiter den Rücken hoch krabbelte. Über all knackte es. Mir war unheimlich. Ich wollte nur noch eins: ins Licht! Dann irgendwann lichtete sich der Wald und gab wieder den Ausblick auf die Sterne und auch auf die sehnsüchtig erwarteten Lichter unseres Dorfes frei. Was für ein befreiender Moment!

Wieviel mehr Freude mussten die Weisen in der Weihnachtsgeschichte erfahren haben, als der Stern, dem sie gefolgt waren plötzlich vor ihnen wieder auftauchte. Und auch noch stehen blieb. Über einem Haus. Kein Zweifel. Dort wartet das Licht auf sie. Lange waren sie durch die Dunkelheit gereist, auf der Suche nach dem neugeborenen König der Juden. Der, welcher es würdig war, dass man sich auf den Weg zu ihm machte, ja das man ihn sogar anbetete.

Mit was für einer große Vision und Mut müssen die Männer aufgebrochen sein, was für eine unfassbare Freude und Hoffnung hatte sie wohl durch die Nacht getrieben, um diesem König, diesem Kind zu begegnen? Dort aber, wo sie hofften, das Licht der Welt zu finden, fanden sie zunächst nur einen König, der die Dunkelheit liebte. Während die Weisen die Quelle des Lichts finden wollten, hatte Herodes nur das Ziel ,diese Quelle zum Verlöschen zu bringen. Aber die Männer ließen sich davon in ihrer Hoffnung nicht abbringen. Sie machten sich wieder auf die Suche. Und tatsächlich. Nachdem Herodes und seine strahlende Finsternis überwunden waren, leuchtet Gottes Stern ihnen aufs neue und führt sie direkt zu dem Ort, wo er sich finden lassen wollte.

Gott liebt, es Menschen, die auf der Suche nach ihm sind, eine Begegnung mit ihm zu schenken. Gott liebt es, Menschen, die die Dunkelheit ihres Lebens nicht als Endstation begreifen wollen und nach dem Licht für ihr Leben suchen, in sein Licht zu führen und ihr Leben mit seiner Herrlichkeit zu überfluten. Was für ein herrlicher Moment, wo plötzlich das Licht Gottes in unsere Dunkelheit scheint, und das Tappen im Dunkeln ein Ende findet. Was für ein befreiender Moment, wo plötzlich die Hoffnungslosigkeit der Freude und dem neuen Mut weichen muss, weil Gott selbst unser Finsternis zerreißt. Wohl uns, wenn wir nicht aufhören, diesem Licht nachzujagen.

Gerade in der Weihnachtszeit und der Dunkelheit des Winters strahlen viele „Sterne“, verkaufen ihr Licht als Lösung für unsere Dunkelheit. Die Gefahr, dass wir uns von ihrem Licht blenden lassen oder auf der anderen Seite uns von der Angst der Dunkelheit überwältigen lassen, ja, die Gefahr ist gegeben. Ich wünsche uns, dass wir uns weder von ihrem Glanz blenden, noch von der Angst der Dunkelheit einnehmen lassen, sondern dem Stern folgen und nach dem ausstrecken, der das Licht des Lebens ist – Jesus. Nur die Begegnung mit ihm lässt mein Leben hell und froh werden.

Armin Trauernicht

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

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