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21. Dezember 2020

Adventskalender am 21. Dezember

„Wann sind wir denn da?“

Kaum hatte unsere Fahrt in den Urlaub begonnen und wir hatten gerade die Grenze unserer Heimatstadt erreicht, war eine Kinderstimme von der Rückbank mit dieser Frage zu hören. Wie sollte man erklären, wie lange diese Fahrt noch dauert, wo doch noch hunderte Kilometer vor uns lagen?

Eine ähnliche Frage hört mein Mann ab und zu von mir, wenn er eine gemeinsame Wanderung vorschlägt. Da er gerne mal eine Route beliebig oder auch extrem vergrößert, frage ich: „Wie weit ist die Strecke wirklich?“ Wie lange noch? Und: Wie weit ist der Weg?

Gerne will ich wissen, was auf mich zukommt, wie groß die Herausforderung wird, wie ich meine Kräfte einteilen muss, wann ich am Ziel bin. Eigentlich lautet meine Frage: „Schaffe ich das?“

Vielleicht habe nicht nur ich die Fragen nach der Dauer und der Wegstrecke, die uns alle gerade in diesem Jahr zur Herausforderung geworden sind: Wann endet der Lockdown? Wann dürfen die Kinder wieder in die Schule gehen? Wann kann ich meinen Vater im Seniorenheim wieder besuchen und hoffentlich eines Tages wieder umarmen? Wann dürfen wir wieder Gemeinschaft haben oder ein Fest feiern? Wie lange dauert die Durststrecke für die Menschen, die in den besonders betroffenen Branchen arbeiten?

Manchmal lassen sich die Fragen nach Strecke und Dauer ganz gut beantworten, aber die Erfahrung, dass man diese Information nicht immer im Voraus bekommt, hat schon Elia gemacht. Im 1. Buch der Könige wird von dem Propheten berichtet, dass er nach einer Begegnung mit vielen Baalspropheten auf dem Berg Karmel Gottes Wirken in Form von lang ersehntem Regen mitten in eine große Dürre hinein
erleben durfte. Als Folge seines Eintretens für den lebendigen Gott wird er von Isebel verfolgt, die ihm mit aller Macht nach dem Leben trachtet.
Elia landet bei seiner Flucht entkräftet in der Wüste und will nur noch sterben. Er erlebt eine „Wüstenzeit“ im wahrsten Sinne des Wortes: innerlich und äußerlich.

Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er sah sich um, und siehe zu seinem Haupt lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.
Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.
1. Könige 19, 5-7

Es macht mir Mut, zu lesen, wie Gott dem erschöpften Elia begegnet und ihn versorgt. Elia darf schlafen, wird geweckt, soll sich stärken und das so oft, bis er neue Kräfte für den Weg, der vor ihm liegt, bekommen hat.
Es macht mir Mut zu lesen, dass Gott gibt, was Elia braucht und ihn auch auffordert, sich stärken zu lassen für den Weg.

Elia erfährt, dass der Weg weit sein wird. Er erlebt aber auch, dass Gott ihm gibt, was er für diesen „weiten Weg“ braucht. Das Wunderbare an der Weg-Geschichte Elias:

Am Ende des Weges zeigt Gott sich ihm erneut, wenn auch ganz anders als erwartet…. Er darf Gott in einem stillen, sanften Brausen am Berg Horeb erleben.

So kurz vor Weihnachten lesen wir, wie Menschen auch in der Weihnachtsgeschichte auf dem Weg und voller Fragen sind, wie Joseph und Maria auf Herbergssuche kurz vor dem Entbindungstermin oder weise Männer aus dem Morgenland, die einem Stern auf der Spur sind.

Ich wünsche uns auf unserem Weg auf Weihnachten zu, dass wir uns immer wieder neu wecken, ansprechen, stärken und locken lassen von Gottes guter Botschaft in unser Leben hinein.

Susanne Haas

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

20. Dezember 2020

Adventskalender am 20. Dezember

„Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage,
rühmt, was heute der Höchste getan!
Lasset das Zagen, verbannet die Klage,
stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an …“

So beginnt die Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium. Es ist ein Jubelton, der über alle Dunkelheit hinaus ragt. (*1685-+1750) Der Ururgroßvater Bach‘s kam als evangelischer Glaubensflüchtling aus Ungarn oder Mähren und war Bäcker wie auch sein Sohn. Zwei Generationen später, ist Johann Sebastian Bach der Jüngste der acht Kinder in der Familie. Seine Mutter starb bereits 1694; nur wenige Monate später auch sein Vater. Es ist eine dunkle Zeit, die Bach‘s Leben in frühester Jugend geprägt hat. Es war eine Zeit wirtschaftlicher Not, vieler lokaler Kriege und einer hohen Sterblichkeitsrate unter Kinder. Innerhalb von wenigen Jahren starben sieben Kinder von Johann Sebastian Bach. Augenscheinlich war die biblische Aussage: „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker“.

Bach hätte allen Grund gehabt, die Dunkelheit und die Not zu beklagen. Doch sein Blick wird von der biblischen Verheißung bestimmt, dass der lebendige Gott diese Welt nicht zugrunde gehen, nicht verderben lässt. Der Beginn des Weihnachtsoratoriums ist ein Fanfarenstoß zum Wachwerden: „Erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht“. Dabei geht Bach ins Detail, denn es ist kein billiges Vertrösten wie ‚Anderen geht’s auch schlecht‘ oder ähnlichen billigen Trost, der in Wahrheit nicht zu trösten vermag, sondern eher das Elend vergrößert.

In diesen Monaten haben wir eine Zeit, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ein kleiner Virus bedroht uns; er lähmt uns förmlich. Das Land kommt nun schon zum zweiten Mal in einen Stillstand. Jahrzehnte lang waren wir auf der Überholspur. Und nun der Stop. Die Begleiterscheinungen betreffen alle, Groß und Klein. Covid 19 ist heimtückisch und hinterlässt bei Betroffenen nicht selten bleibende Spuren, aber auch Tod und Not. Wir tun gut daran, die wenigen Einschränkungen einzuhalten, da sie geeignet sind, den Virus einzugrenzen.

„Jauchzet, frohlocket, auf peiset die Tage, rühmt, was heute der Höchste getan!“ Es geht um eine Änderung der Blickrichtung; es geht um das Heute in dem der Herr handelt. Das gilt umfassend. Denn da ist nicht nur der Virus, der bedrängen kann. Es gibt auch innere Not, die die Seele weinen lässt, eine Not, die das Herz in Aufruhr versetzt. Es ist eine bekannte Wahrheit, dass äußere Not auch Gefährdungen von Beziehungen mit sich bringen kann.

Wie auch immer, die Veränderungen müssen von Außen kommen. Dies und nichts weniger beschreibt Johann Sebastian Bach mit den ersten beiden Sätzen des Oratoriums. Sie leiten den Advent Gottes ein. Doch, wir haben Grund zum Jauchzen, Frohlocken und Preisen unsere Tage im Rühmen, was heute der Höchste uns tut. Der Blick weitet sich, weg vom Zagen, vom Jammern und Klagen. Die Stimme wird nun gebraucht zum Jauchzen, zum Lobpreis, auch wenn die Not noch nicht überwunden ist. Denn der Glaube nimmt das Zukünftige als bereits eingetreten vorweg.

Der Lobpreis, mit dem Bach das Weihnachtsoratorium einleitet, hat aus diesem Grund bis zum heutigen Tag eine ungeheure Strahlkraft, vor allem, wenn sie jubelnd, wie ein weckrufender Fanfarenstoß in immer neuen Varianten vom Chor gesungen wird. Im fast endlosen Wiederholen verdichtet sich die Botschaft. Wir brauchen gerade auch heute diese Wiederholung als Vergewisserung, damit wir nicht untergehen. Dieser Lobpreis enthebt uns den Widersprüchen des Alltags und nimmt uns mitten hinein in das Wunder der Christgeburt und sein Handeln zu allen Zeiten in unserer Welt, in unserem Alltag.

Fritz Schroth

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

19. Dezember 2020

Adventskalender am 19. Dezember

„Laß dein Brot über das Wasser fahren; denn du wirst es finden nach langer Zeit.“ Prediger 11,1

Möglicherweise ein ungewöhnliches Wort für die Adventszeit. Aber das Wort „Brot“ benennt mehr als unsere Nahrung: Martin Luther schreibt im Kleinen Katechismus zu der vierten Bitte des Vaterunsers: „Brot ist alles, was not tut für Leib und Leben“.

Die „Stille“ gehört zu diesen überlebenswichtigen Gaben Gottes. Unsere Seele braucht Verschnaufspausen zur Besinnung und zur Regeneration.
Deshalb ist bereits in den 10 Geboten der Wochenrhythmus klar geregelt: 6 Tage Arbeit, ein Tag Ruhe ( 2. Mose 20,9 )

So praktizierte es auch Gott bei der Erschaffung von sichtbarer und unsichtbarer Welt. Salomo fordert in unserem Bibelvers dazu auf, das Lebensnotwendige („Brot“) nicht nur für uns selbst zu behalten, sondern es verschwenderisch auszuteilen, es „über das Wasser fahren zu lassen“. Hier spannt sich für mich ein Bogen zum Sinn der Adventszeit. Von alters her heißt sie „Staade Zeit“. In den vier Wochen sollen wir der Ruhe mehr Raum im eigenen Leben gönnen, um neu das Staunen zu lernen über die Tatsache, dass Gott in Seinem Sohn Jesus Christus Mensch wurde.

In diesem Jahr sind uns wegen der Corona-Infektionen manche Einschränkungen auferlegt: geringere soziale Kontakte, weniger feste Termine, seltenere Reisemöglichkeiten…

Aus der Perspektive Gottes sind diese Beschränkungen eine Chance, neu den Wert der Adventswochen als Zeit der Besinnung zu entdecken. Aber im Sinne des Predigers nicht nur für mich alleine, sondern mit Anderen zusammen: Regelmäßige Treffen in der Familie oder im kleinen Kreis in der Gemeinde. Einen biblischen Impuls zum Thema „erwarten“ auf sich wirken lassen und sich darüber austauschen. Sich gegenseitig erzählen,
was den Reiz von Advent in der Kindheit ausmachte. Im Schein von Kerzen sich gemeinsam auf die Geburt Jesu Christi vorbereiten, der als Licht in unsere dunkle Welt kam…

Der Kommerz hat dieses Jahr in der Adventszeit weniger Raum als sonst. Die Christkindelsmärkte in Nürnberg und München wurden wegen der Infektionsgefahr abgesagt. Lassen Sie uns in diesen Wochen dem „Brot“ der Stille gemeinsam nachspüren und mit anderen teilen. Mögen Lockdowns auch manche gewohnten Kontakte einschränken. Gottes Nähe ist dafür umso intensiver zu spüren und gemeinsam zu entdecken.

Heinz-Günther Ernst

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

18. Dezember 2020

Adventskalender am 18. Dezember

Es gibt Weihnachtslieder, zu denen man eine besondere Beziehung hat, und die man immer wieder gerne singt. Die letzte Strophe von dem Lied: „Mit den Hirten will ich gehen“ hat mich aufgerichtet und getröstet.

Ich arbeite in der Steppe in Äthiopien, 180 km südwestlich von Addis Abeba und leitete eine Tagesklinik ganz alleine als Weißer. Tagsüber kamen 40-80 Patienten mit verschiedenen Krankheiten und Wunden. Es war im Monat Dezember. Meine Gedanken waren oft bei meiner Familie in Deutschland, denn mein Bruder lag mit 36 Jahren im Sterben. Am 21. Dezember erhielt ich die Nachricht vom Heimgang meines Bruders. Ich war so eingespannt mit der Behandlung der Patienten, dass ich kaum Zeit hatte zur Trauer.

Der 24. Dezember kam. Wieder standen viele vor der Klinik. Gegen 4:00 Uhr hatte ich alle Patienten behandelt und dann räumte ich noch das „Sprechstundenzimmer“ auf. Ich entließ meinen Übersetzer und ging rüber zu meinem Wohnhaus. Auf dem Weg überlegte ich, wie ich Heilig Abend feiern könnte. Keiner von den äthiopischen Angestellten wusste, dass heute Heilig Abend für mich ist, denn in Äthiopien feiert man Weihnachten 14 Tage später. Ich hatte auch keinen Weihnachtsschmuck oder irgendetwas, was auf Weihnachten hinweisen könnte. Ich brach einen Zedernzweig ab und legte ihn auf den Tisch. Dann fand ich 4 halb abgebrannte weiße Haushaltskerzen in einer Schublade. Gegen 18:00 Uhr wurde es dunkel. Das Abendbrot war schnell verzehrt: zwei Scheiben Brot und ein Dreieckkäse. Ich hörte noch die Nachrichten von der Deutschen Welle und dann war es still.

Ich hätte heulen können. Das sollte nun Weihnachten sein? Die 4 Kerzen leuchteten. Ich dachte an meine Familie und an die Trauer über meinen Bruder. Mein Vater las am Heiligen Abend uns fünf Jungens immer die Weihnachtsgeschichte vor und dann sangen wir einige Lieder, bevor die Bescherung war.
Wie sollte ich jetzt Weihnachten feiern? Ich schlug meine Bibel auf und begann die Weihnachtsgeschichte laut mir selber vorzulesen. Dann dankte ich Jesus, dass er auch für mich auf diese Erde gekommen ist.

Als ich ein Weihnachtslied anstimmen wollte kam mir gleich das Lied in den Sinn: „Mit den Hirten will ich gehen, meinen Heiland zu besehen…“

Die letzte Strophe sang ich immer wieder: „Mit dir selber, mein Befreier, will ich halten Weihnachtsfeier. Komm, ach komm ins Herz hinein. Lass es deine Krippe sein.“

Ich kann es nicht beschreiben. Auf einmal war ich nicht mehr alleine. Jesus feierte mit mir Weihnachten. Alle Trauer und alles Selbstmitleid waren fort und eine große Freude erfüllte mein Herz. Dann sang ich noch ein Lied. „Herbei, oh ihr Gläubigen, …“ Den Refrain wiederholte ich einige Male und ging im Kreis herum. „Oh lasset uns anbeten, oh lasset uns anbeten, oh lasset uns anbeten den König“. Ich feierte Weihnachten mit Jesus.

Am nächsten Morgen klopfte der Nachtwächter an meine Fensterscheibe und rief: „Eine Geburt wartet in der Klinik“. Ich zog schnell meinen weißen Kittel an und eilte zur Klinik. Es war die schwerste Geburt, die ich je hatte. Die Frau hatte bereits drei Tage Wehen. Es ging auf Leben und Tod. Ich schickte Stoßseufzer zum Herrn. Er half wunderbar. Nach drei Stunden kam ein gesunder Junge zur Welt – 4950 Gramm! Das war ein Weihnachtsfest, das dem eigentlichen Weihnachten sehr nahe war.

Joachim Wesner

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

17. Dezember 2020

Adventskalender am 17. Dezember

ERD-KRANK

Vor ein paar Wochen teilte ein Freund mir seine Sorge über die extremen Meinungen aus sozialen Netzwerken rund um die aktuellen Nachrichten wie Corona, US-Wahl und Flüchtlingskrise mit.

Sein trauriges Fazit war, dass so viele nur einen „dunkelbraunen“ Ausblick als Antwort auf diese schwierigen Zeiten verbreiten. Als ich dunkelbraun in seiner Nachricht las, musste ich an „ERDkrank“ denken.

…..was das ist? Naja so wie seekrank nur eben mit Blick auf die Erde, die ohne Gott tobt wie eine raue See mit all ihren Krisen und Kriegen. Was seekranken Matrosen, wie als auch erdkranken Menschen hilft ist, auf die gleichbleibende Linie am Horizont schauen. Das ist Gottes Wort und seine Zusagen. Diese Linie wackelt nicht. Wenn man das macht, ist einem nur noch halb so schlecht und mit dem Glauben, dass Gottes Zusagen wahr sind, kommt sogar trotz rauer Erde die Freude im Alltag wieder. Sein Wort lässt in uns das unerschütterliche Wissen wachsen, dass man keinem Zufall, Virus oder ähnlichem ausgeliefert ist. Es vertreibt den üblen Nachgeschmack der Sorge und zeigt einem den Schutzraum wo man sich in Gottes Hand bergen darf.

Das Beispiel von seekrank und erdkrank hatte ich vor ein paar Jahren in einem Impuls von Joseph Prince gelesen, der als Marinesoldat zuerst die Seekrankheit genauer kennenlernte und sein Offizier ihm den Rat gab, am besten helfe dagegen, auf die gleichbleibende Linie, den Horizont zu schauen. Später erinnerte Gott ihn an den Rat und erklärte ihm daran die Wichtigkeit des Wortes in Bezug auf schlimme Umstände, Krisen und Lebenssorgen.

Für mich sind typische Symptome der „Erdkrankheit“ Sorgen, Ängste, Alpträume, Depressionen….

Gott sagt in Philipper 4,6 und 7 „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Christus verbunden seid.“ (HFA)

Diese Medizin hilft so gut! Bei akuten Zuständen am besten Gottes Wort mehrfach täglich einnehmen. Gerade der Philipperbrief mit seinem „Freut Euch!“ aus Kapitel 4,4 tut sehr gut.

Der Brief endet vor der Grußformel in Kapitel 4,19 mit „Mein Gott aber wird allen euren Mangel ausfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“(SCH)

Das gilt für dich und mich, deswegen „Freut euch!“

Esther Schroth

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

16. Dezember 2020

Adventskalender am 16. Dezember

Das Gedankenkarussell

Von April 2019 bis April 2020 war ich ein Jahr als Volontärin in Uganda bei „Vision for Africa“. Diese Organisation kümmert sich um Kinder und junge Leute. Es gibt mehrere Schulen, Vorschulen und verschiedene Ausbildungsstellen. Außerdem gibt es neun Kinderhäuser nach dem SOS-Kinderdorf-Prinzip. Allerdings gibt es auch ein paar Außenstellen.
Ich war in einer solchen Außenstelle und zwar in der Grundschule in Kikondo (sprich: Tschikondo), einem kleinen Fischerdorf direkt am Viktoriasee. Dort war ich zusammen mit einer anderen Volontärin.

Allerdings hatten wir nicht so viel zu tun. Vormittags eine Stunde Deutsch geben und nachmittags eine Stunde Sportunterricht. Die restliche Zeit hatten wir zur freien Verfügung. Das heißt, wir hatten viel Zeit!!! Für mich war das richtig herausfordernd. Normalerweise bin ich jemand, der gerne etwas tut. Wenn ich zu viel herumsitze und nichts tue, werde ich träge, lustlos und auf Dauer unzufrieden. Genau das ist mir in Kikondo passiert.

Jedoch kam damit ein weiteres riesiges Problem einher: meine Gedanken. Da ich nicht viel (in meinen Augen) Sinnvolles zu tun hatte, hatte ich viel Zeit nachzudenken. Das war gar nicht gut. Meine Gedanken sind regelrecht „Karussell gefahren“. Das war furchtbar. Ich habe angefangen mir Sorgen zu machen und wurde immer unzufriedener und trauriger.

Manchmal macht es natürlich Sinn sich mit gewissen Dingen zu beschäftigen. Wenn ich mir beispielsweise ein neues Auto kaufen will, dann sollte ich recherchieren, was es für Modelle gibt, Preis und Leistung vergleichen, etc. Wenn ich aber über nichts anderes mehr nachdenke und auch nachts nicht einschlafen kann, weil ein Thema mich so sehr beschäftigt oder ich mich nicht konzentrieren kann, weil es in meinem Kopf ständig kreiselt, dann wird das zu einem Gedankenkarussell. Es dreht sich und dreht sich und hört nicht mehr auf. Es entzieht mir nach und nach alle meine Kraft. Das frustriert und macht am Ende vielleicht noch wütend, in meinem Fall wurde ich traurig.

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ – 1.Petrus 5:7

Irgendwann habe ich Gott dann gefragt, wie dieses Gedankenkarussell denn ausgeht. Gott antwortete: „Wer es einschaltet, der kann es auch wieder ausschalten.“ Damit war ich gemeint. Ich habe mir also einen großen roten Knopf vorgestellt. Immer wenn meine Gedanken dann in eine bestimmte Richtung abbiegen wollten, habe ich im Geist auf diesen Knopf gedrückt und mich bewusst dazu entschieden nicht mehr weiter zu denken. Manchmal musste ich das zwanzigmal die Stunde machen. Aber siehe da, es wurde besser. Ich habe sogar geübt nichts zu denken, sondern einfach nur zu sein. Nur zu hören, wie der Wind durch die Blätter rauscht, nur zu fühlen, wie die Sonne meine Haut wärmt, nur den Fischgeruch aus dem Dort zu riechen, …

„Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut!“ (nach Psalm 34:9)

Regina Walden

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

15. Dezember 2020

Adventskalender am 15. Dezember

SEHT AUF .. UND ERHEBT EURE HÄUPTER!

Meine Frau und ich haben uns vor ein paar Jahren in der Adventszeit einer ganz besonderen Herausforderung gestellt. Während andere Menschen für Mutproben einen Bungee-Jump buchen, sich zum Dschungelcamp anmelden oder einen Marathon laufen, sind auch wir an unsere ganz persönlichen Grenzen gegangen: Wir haben uns in einem evangelischen Kloster zu einem Schweigewochenende angemeldet.

Geglaubt hat uns das keiner, und da es auch kein Zertifikat gab, ringen wir heute noch um Glaubwürdigkeit, wenn wir davon erzählen. Und um ganz ehrlich zu sein: Wir haben auch nicht das gesamte Wochenende geschwiegen. Es gab immer nur Einheiten, in denen nicht gesprochen wurde, und während der wortlosen Essenszeiten tauschten wir mithilfe der servierten Rohkost geheime Botschaften auf unseren Tellern aus.

Eine Übung während der meditativen Einheiten hat mich ganz besonders bewegt. Die anleitende Klosterschwester las uns Lukas 21,28 vor: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

Mit diesem Satz im Herzen hatten wir nun die Aufgabe, uns Kronen auf unseren Häuptern vorzustellen, die wir als Königskinder trugen. Im Hintergrund lief leise Musik und wir gingen mit unseren imaginären Kronen auf dem Kopf durch den Raum. Aber Achtung! Leicht war das nicht! Im Gegenteil: Es war richtig schwer, die richtige Haltung einzunehmen – damit die Krone auch ja nicht verrutschte und vom Kopf fiel. Doch es war erstaunlich, wie das Wissen um die königlich-würdevolle Auszeichnung auf unserem Kopf doch plötzlich unsere Haltung veränderte. Das erinnert mich an den Spruch auf einer Postkarte, die ich einmal geschenkt bekommen habe: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen …“

Ja, das macht Königskinder aus. Wir Menschen dürfen hinfallen, aber wir bleiben Königskinder und brauchen keine Angst davor zu haben, ausgeschlossen zu werden. Wenn Jesus im Neuen Testament von Buße spricht, dann steht im Griechischen Original das Wort metanoia, von meta – „um“ oder „nach“ – und noein – „denken“ –, wörtlich übersetzt also etwa „Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens“.

Aber auch in dem Sinne, dass man etwas auf einer höheren Ebene betrachtet. „Denkt höher von Gott!“, ruft Jesus den Menschen also zu, wenn er zur Umkehr aufruft. Irenäus von Lyon hat bereits im Jahr 120 nach Christus einen sehr bedeutenden Satz gesagt: „Die Herrlichkeit Gottes ist der aufrecht gehende (der nach oben blickende) Mensch.“

Es ist ein großes Lebensgeschenk, wenn wir uns von Gott aufrichten und unsere Würde zusprechen lassen. Jesus ist eben nicht in diese Welt gekommen, um uns hinzurichten, sondern um uns aufzurichten. So macht uns der Heiland heil. Aufgerichtet darf ein Mensch dann auch aufrecht und aufrichtig durchs Leben gehen.

Vor einigen Jahren tourte ich mit meinem Programm „Heimat“ durchs Land. In diesem Programm gebe ich den Konzertbesuchern einen kleinen Einblick in meine persönliche Biografie, zu der auch meine etwas spannende Schulzeit voller Streiche und interessanter Lehrerbegegnungen gehört. Fast nach jedem Konzert, bei dem ich dieses Programm spielte, kamen Mütter mit jugendlichen Kindern auf mich zu und bedankten sich, dass ich ihnen mit diesem Einblick Mut für ihr eigenes Muttersein gemacht hätte.

Vor Kurzem sprach mich eine Mutter nach einem Konzert an und erzählte, wie diese biografischen Einblicke vor einigen Jahren ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Sohn verändert hatten. Sie war sich sicher, wenn aus mir etwas einigermaßen Vernünftiges geworden war, dann würde ihr Sohn vielleicht auch irgendwann einmal seinen Weg gehen. Die Erkenntnis brachte sie zum Umdenken, und sie beschloss, ab diesem Tag jetzt schon das Gute und Schöne aus ihrem Sohn „herauszulieben“ und sich nicht immer nur auf die Probleme und Schwierigkeiten zu konzentrieren. Bewegt erzählte sie mir, dass diese Entscheidung nicht nur das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn maßgeblich beeinflusste, sondern auch die gesunde Entwicklung des Jugendlichen in der Schule und in seinen Freundeskreisen.

Gestehen wir uns und anderen auch die Veränderung zum Guten zu? Halten wir unsere Mitmenschen durch unsere Festlegungen und Aussagen über sie gewissermaßen in Ketten? Oder befreien wir die Menschen um uns herum, indem wir das Gute in ihnen „herauslieben“ und sie zum aufrechten, mutigen und mündigen Leben befähigen?

Andi Weiss

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

14. Dezember 2020

Adventskalender am 14. Dezember

Jesaja 65,17-25
Mit dieser prophetischen Vorschau läßt uns Gott durch Jesaja nicht im Unklaren, was in der Zukunft auf die wartet, die an Jesus Christus glauben. In den Versen 17-19 geht es um die Erschaffung der neuen Erde und Himmel. Die Verse 20-25 handeln von dem Leben im Tausendjährigen Reich. Ich werde mir für den heutigen Impuls den Vers 17 rauspicken.

17 Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.

Ich glaube, wir werden es nie in Worte fassen können, wie herrlich diese neue Schöpfung sein wird, wie das alles, und wie schnell das alles passieren wird. Die jetzige Welt ist für mich schon so wunderschön gemacht, und versetzt mich, wenn ich sie betrachte, einfach nur ins Staunen! Obwohl, wie die Bibel sagt, wir in einer gefallenen Schöpfung leben. Durch die Sünde ist einiges nicht so, wie es von Anfang an gedacht war. Und von dieser Schöpfung heißt es, dass sie komplett vergehen wird
und etwas komplett Neues geschaffen wird. (V17a)

Das Wort schaffen heißt im Hebräischen bara. Genau dieses „bara“ finden wir auch in 1. Mose 1 und es bedeutet, dass etwas ganz Neues aus dem Nichts heraus geschaffen wird, allein durch sein Wort. Und das muss so herrlich sein, dass man nicht etwa der alten Erde hinterherweinen wird, sondern dass man noch nicht einmal mehr an sie denken wird!

In Offenbarung 21 erhalten wir einen Einblick über diese in Worten nicht zu beschreibende Herrlichkeit. Mir fällt hier der Vers 1.Kor. 2,9 ein: „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Mund gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die IHN lieben.“
Der Vers steht vielleicht in einem anderen Kontext, ich finde aber, dass er sehr treffend umschreibt, was Gott für uns geplant hat.

Eine neue Schöpfung. Ein neuer Himmel und eine neue Erde. Nix, wir reparieren mal das Alte, die war doch noch gut!… Nein! In 2. Petrus 3,10 steht: „…dann werden die Himmel zergehen mit grossem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.“ Und Vers 13: „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheissung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“

Das Alte muss komplett vernichtet werden, damit das Neue kommen kann. Man kann nicht sagen, wie herrlich es werden wird, aber man kann sagen, warum es herrlich werden wird, weil die Herrlichkeit in Person, Gott selbst, regiert.

Off.21,3-4 „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; …. denn das Erste ist vergangen.“

Off.22,5 „Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Im Blick auf diese Zukunft stelle ich mir die Frage: Kann das, oder besser gesagt muss das nicht mein Leben im Jetzt, im Heute so motivieren, dass Freude und Frieden mein Leben auf den Kopf stellen. Freu ich mich auf den Himmel und auf Jesus, oder denke ich lieber nicht so genau darüber nach. Hab ich den Schatz im Acker gefunden (besser gesagt: er mich)? Oder denke ich eher so „ na, wenn das mal gut geht….“? Prägt mich der Blick zum Ziel, oder lähmt mich das Festhalten am Vergangenen und am Jetzt?
Egal, wo Du derzeit stehst, welche Lebensumstände, welche Zweifel und Fragen du gerade hast, Jesus steht mit offenen Armen vor Dir und sagt dir zu: „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Offenbarung 21,6

Die Ressource, um von Furcht und Last zu Freude und Kraft zu gelangen, liegt an und in meiner täglichen Beziehung und persönlichen Gemeinschaft mit Jesus. Wir feiern jetzt in einigen Tagen die Geburt unseres Retters und Erlösers Jesus Christus. In ihm ist die Gnade Gottes Mensch geworden. Durch ihn und sein Werk, sind alle Sünden der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ein für allemal getilgt worden. Er hat uns den Weg zum Vaterherz Gottes freigemacht, weil er uns, dich und mich gerne in seiner Gegenwart haben möchte. Bei ihm alleine liegen ein perfekter individueller Plan und Erfüllung unseres Lebens bereit, für jeden noch werdenden neuen Tag bis in alle Ewigkeit.

„Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des lebendigen Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ Johannes 4,14

Ein Begegnen mit dem, dessen Herzensanliegen es ist, der Regisseur in meinem Leben zu sein, und mich durch seine Gnade zu dem zu machen, wie ich von Ihm gedacht bin. Gott ist nicht nur ein Gott für Feiertage, sondern er liebt es, in Arbeitskleidung an unserem Leben im Alltag voll anzupacken. Und das brauche ich, jede Sekunde! Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Dirk Bieler

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

13. Dezember 2020

Adventskalender am 13. Dezember

„Gebet bewegt – die Gemeinschaft“

Beten ist das Atmen der Seele.

Wir atmen Gottes Wort, das Werk des Heiligen Geistes ein und atmen alle negativen Gedanken und Lügen aus. Wie es unser Körper natürlicher Weise tut. Wir atmen frischen Sauerstoff ein und Giftstoffe, die sich in unseren Lungen angesammelt haben, wieder aus.

Dieser Stoffwechselvorgang wird in Philipper 4,6-7 beschrieben:

„Sorget euch um nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

Nicht alle unsere Wünsche werden erfüllt, aber der Friede Gottes bewahrt unser Denken und Wollen. Wir sind geborgen in der Gemeinschaft mit Jesus.

Jeden Gedanken, der sich gegen Gott auflehnt, nehme ich gefangen und unterstelle ihn dem Befehl von Jesus Christus.

2. Korinther 10,5: „Wir zerstören Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus.“

Meditation wollen wir mit dem Regler eines Fernglases vergleichen. Es dauert einen Moment bis wir den Fokus so eingestellt haben, dass wir durch das Fernglas ein scharfes Bild sehen können, das unser Objekt vergrößert.
Regelmäßige Bibelmeditation ist das einzige Mittel gegen Stress, Angst oder Entmutigung. Nur so können wir dauerhaft im Frieden bleiben. Wir meditieren nicht eine Blume, oder die Bibel, sondern Gegenstand unserer Meditation ist die Person „Jesus“, von der die Bibel berichtet.

Jesu Name leuchtet helle und sein Glanz vergeht nicht.
Jesu Name bringt der Seele selbst in tiefster Nacht ein Licht.
Mag auch einst die Welt versinken, mag vergehn der Sonne schein:
Jesu Nam‘ wird weiter klingen, unvergänglich wird er sein.
(David Welander)

Kriemhild Schroth

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

12. Dezember 2020

Adventskalender am 12. Dezember

„O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.“
(EKG 1,V.3)

Krankenhausaufenthalt in Corona-Zeiten

Viel zu lange und über Jahre habe ich diese OP vor mir hergeschoben und es ging mir nicht gut dabei. Durch einige medizinische Notfallsituationen habe ich mich endlich durchgerungen und der Termin wurde für den September vereinbart. Mein Mann musste mich im Foyer des Klinikums abliefern, wir konnten noch miteinander beten und dann musste er gehen. Ich saß da mit meiner großen Tasche und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Um mich her war ein hektisches Treiben und in mir kreisten die Gedanken, was kommt auf mich zu, werde ich die OP überleben. Aber dann war in mir die Gewissheit, Jesus du bist da, du bist mein Halt, dir befehle ich jetzt alles an was kommt, ich vertraue dir.

Ich wurde aufgerufen, alles ging seinen Gang, verschiedene Voruntersuchungen, mit Jesu Hilfe kann ich ganz ruhig sein. Ich kam in ein Zweibettzimmer, packte meine Bibel aus und mein Notizbuch und las darin. Meine Zimmernachbarin beobachtete mich und fragte mich nach meiner Lektüre. So konnte ich ihr erzählen, was das Wort Gottes für mich bedeutet. Sie selber war begeistert von einem Buch über Budda. Im Laufe unseres Gesprächs wurde sie neugierig und sie wollte sich die Losungen besorgen. Am nächsten Tag konnte ich ganz ruhig und mit innerem Frieden in die OP gehen und habe erlebt, dass Gott überall seine Leute hat, der freundliche Narkosearzt, die nette Krankenschwester und der kompetente Chirurg. Die OP ist gut und erfolgreich verlaufen und ich bin nach zwei Tagen Wachstation dann noch in ein Einzelzimmer gekommen.

Mein Mann konnte mich in den neun Tagen Klinikaufenthalt nur einmal für eine Stunde besuchen. Aber im Alleinsein war ich dennoch geborgen in Gottes Hand. Für mich war die Verbindung mit Jesus eine so große Hilfe. Ich konnte mit ihm reden, sein Wort lesen, und bin durch diese Tage und Nächte hindurch getragen worden.

Unser auferstandener Herr ist mit uns alle Tage bis an der Welt Ende, das verspricht er uns in seinem Wort. Sein Licht strahlt in der Dunkelheit und wir brauchen uns nicht mehr zu fürchten.

„Ich will meine Hand nicht von dir abtun und dich nie im Stich lassen. Also dürfen wir voll Zuversicht sagen. Der Herr ist mein Helfer, darum will ich mich nicht fürchten. Was kann mir ein Mensch anhaben?“ (Hebr. 13,5b.6)

Das war in meinem ganzen Leben und auch in dieser Situation meine Erfahrung, er kann uns durch alle Not hindurch bringen, wenn wir ihm alleine vertrauen.

Bärbel Jahreiß

 

Entnommen aus dem Adventskalenderbuch 2020
© 2020 CVJM – Christliche Tagungsstätte HOHE RHÖN e.V.

 

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